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Termine KRV von 1897 e.V.

So Jul 22
Bayer. Meisterschaften
So Jul 29 @08:00 - 05:00PM
Wanderfahrt, Mittwochsgruppe
Di Jul 31
Norder RC - Ü 20 Pers.
Mi Sep 12 @19:30 - 09:30PM
Ausschusssitzung
Di Sep 18 @08:00 - 05:00PM
DRV - A.Hellwig,Köln
So Okt 21 @10:00 - 12:00PM
Abrudern
Do Nov 01 @09:30 - 11:00AM
Friedhofsgang
Mi Nov 14 @19:30 - 09:30PM
Ausschusssitzung

Vereinszeitung

KRV Bildarchiv

Seitenorientierung

Potsdam –Chronik einer Ruderreise

Potsdam – ist für uns Unterfranken eine ferne Metropole in Preußen. Irgendwie verbunden auch mit der Vorstellung von weitläufigen, flachen Gewässern, von Bauten, DDR Geschichte: Wir, zehn Ruderer vom KRV werden Brandenburgs Hauptstadt und seine Gewässer erkunden. Verstärkt und aufgelockert wird unsere Mannschaft durch unsere drei voll integrierten sportlichen Damen.

 

Mittwoch, 24.5.17 Die Anfahrt nach Potsdam über die Autobahn zieht sich in die Länge. Unser Hotel dann in Klein-Machnow ist im Komfort eher minimalistisch – aber uns Ruderern voll angemessen. Unser gemeinsames Interesse ist das Rudern – und so begnügt sich heute ein Teil der Mannschaft am Nachmittag mit einem Bummel durch Potsdam, der andere wiederum besichtigt die Werke der Impressionisten im Barberini–Museum; alle aber treffen wir uns dann in der Nähe unseres Hotels zu einem zünftigen Abendessen. Hier genießen wir ein gutes Mahl und den brandenburgischen Charme des Kellners.

Donnerstag,25.5.17 Der Tag beginnt grau. Eine hohe Wolkendecke lagert wider Erwarten über Brandenburg und wird sich erst am Nachmittag auflockern.

Der RV Germania liegt am Ufer des großen Wannsees schon auf Berliner Boden. Das Haus auf dem großen Ufergrundstück wirkt zwar leicht vergammelt (hier fehlte der Beppo!), aber die Boote sind mustergültig gepflegt und das Ruder-Zubehör ist penibel aufgeräumt. Der Ruderwart Jürgen, ein graubärtiger Veteran, der am Stock gehen muss, weist uns ein. Wir werden drei schwere, gesteuerte Boote, zwei Vierer, und einen Zweier fahren. Zunächst wundern wir uns über die hölzernen Abdeckungen an Bug und Heck, die sich aber dann als nützlich erweisen werden. Der Wellengang, oft verursacht durch hoch motorisierte Speedboote aber auch durch Yachten und große Lastkähne, ja, sogar Schubverbände aus Polen kann erheblich sein – und dazu kommt eine steife Brise die das Wasser aufwühlt.

Wir verlassen den Großen Wannsee und befinden uns bald auf der Havel in Richtung Norden. Ein enger Durchstich wird durchfahren, der Fluss weitet sich zum See, und jetzt sind auch die Segler und die Motorbootkapitäne aufgewacht. Heute ist ja „Vatertag“ und so sehen die Ruderer aus Franken auch die Spezialität der hiesigen Gewässer: unförmige viereckige Flöße, die von einem schwachen Außenborder angetrieben werden. Oft sitzt dann auf dem Dach der Kajüte ein werdender(?) Vater und winkt fröhlich mit der Flasche. Nein, die Ruderer aus Kitzingen legen da lieber am Steg eines Rudervereines an, von dessen Haus Live-Musik herüber schallt. Die Tische biegen sich vom leckeren Essen, unser Matthias versorgt uns mit Bier, und so wollen wir gerne noch bleiben. Die Boote werden derweil von hilfreichen Kameraden an Land gezogen. Hinter dem Vereinshaus ruhen sie dann mit fünfzig weiteren auf einer Wiese. Wie schmeckt doch die Curry-Wurst auf der Terrasse des Vereinshauses!

Die Rückfahrt ist dann für einige von uns auch dank des Bieres etwas mühevoll. Liebermann-Villa und das Haus der Wannsee-Konferenz gleiten vorbei. Entschädigt werden wir für unsere Mühen aber am Abend durch ein Mahl in einem Sternelokal, dem früheren Casino der Roten Armee zu Potsdam. Matthias und Dieter suchen stets die besten Lokale heraus! Den müden Ruderern schmeckt die vorzügliche italienische Küche. Unser Appetit ist groß und Matthias zahlt alles.

Freitag, 26.5.17 Das Wetter wird besser, Sonne und Wind bereits am Morgen! Wir rudern vorbei am Strandbad Wannsee, durch einen engen Kanal über Kohlhasenbrück in die Havel. Vor einer mächtigen Fontäne, die die Einfahrt in die eigentlichen Potsdamer Gewässer markiert, erreichen wir die geschichtsträchtige Glienicker Brücke. Hier wurden einst die Agenten zwischen den deutschen Staaten ausgetauscht. Vor uns fährt ein altes restauriertes Ausflugsschiff mit einem riesigen Schornstein, der vor der Brücke umgelegt wird. Heute wird der restaurierte Dampfer längst von einer Dieselmaschine getrieben. Unerschrockene Kajakfahrer in ihren winzigen Booten kreuzen die Wasserstraße. Vor dem Schloss Cecilienhof ziehen wir unsere Kähne ans Ufer. Hier schmeckt in der Gaststätte das gute Berliner Bier! An die großen Drei, die hier nach dem letzten Krieg Europa aufteilten, erinnert sich heute niemand mehr. Nach NO fahren wir bis Nedlitz um dann zurück zur Pfaueninsel zu rudern. Hier grüßt das hölzerne weiße Lustschlösschen, das der Preußenkönig Friedrich Wilhelm II seiner Geliebten errichten ließ. Die Ruderer interessiert das wenig. Sie machen an der Anlegestelle für die großen Schiffe fest und schleppen sich in die naheliegende Gaststätte. Auf der Rückfahrt werden wir noch einmal die Pfaueninsel umrunden, bevor wir müde am Steg unseres Rudervereines Germania festmachen. Den Abend beschließt ein gutes Essen in einem griechischen Lokal.

Samstag, 26.5. Ein herrlicher Rudertag und der Höhepunkt unserer Reise! Die Sonne lacht, es herrscht eine leichte Brise, der Seegang im Großen und Kleinen Wannsee, im Griebnitzsee ist erträglich. Jetzt am Morgen trainieren hier die Boote der Berliner Rudervereine, gesteuerte Riemen- und Skull-Achter aber auch Vierer und Einer. Den gezackten Stern, das Symbol des Berliner RV auf den Trikots der Sportler, sehen wir häufig. Kaum kommen wir dazu, die prächtigen Villen und Parkanlagen am Ufer zu bewundern. Auf der Steuerbordseite hinter einer mächtigen Fontäne liegt das preußische Windsor: Schloss Babelsberg. Auf Backbord erkennen wir die berühmte Glienicker Brücke. Uns zieht es weiter in den Tiefen See. Das Panorama von Potsdam mit der Kuppel der Nikolaikirche und dem schrecklichen riesigen Mercure-Hotel (man sollte es sprengen!), das vornehme Stadtschloss mit dem Berberini-Museum gleiten vorbei. Später dominieren am Ufer riesige Wohnblöcke, wohl aus der DDR-Zeit. Jetzt nimmt der Verkehr auf der Havel stark zu und verlangt von den Steuerleuten alle Aufmerksamkeit. Die Fahrrinne ist eng. Auf Steuerbord mühen sich zwei Drachenboote, aus der Entfernung erinnern sie an vielfüßige schnelle Insekten. In Caput endlich, am südlichen Ende des Templiner Sees, ziehen wir unsere schweren Boote an Land. Unter den mächtigen Linden und Kastanien schmeckt das Mittagsmahl!

Die Rückfahrt führt dann zunächst durch einen engen Kanal, die üppige Vegetation am Ufer erinnert an einen Regenwald. Einen unerschrockenen Angler hätten wir fast überfahren. Die Abdeckungen schützen unsere Boote vor den Wellen. Vorbei an dem Neubau des Hans Otto-Theaters (er erinnert fern an das berühmte Opernhaus in Sidney) ruhen wir dann in einer Marina aus. Wir sind müde, nur die wirklich harten Ruderer trinken jetzt noch Bier. Die Rückfahrt bis zum Wannsee wird lang, noch einmal gleiten die Landhäuser mit ihren Parks vorbei. Wir bewundern die bürgerliche Villenwelt des neunzehnten Jahrhundert. Die Rasenflächen vor den Häusern werden von flachen kleinen Robotern gepflegt, die immer kurz vor dem Wasser umkehren. Das sieht lustig aus! Unsere Boote ziehen sich auf dem See weit auseinander.

Am Steg unseres Bootshauses aber wartet dann Jürgen, der graubärtige Bootswart. Alle müssen anfassen! Er prüft akribisch und sehr gründlich die Funktionstüchtigkeit und Sauberkeit unsere Boote.

Etwas krumm sind wir heute nach 42 Ruderkilometern schon, auch der Muskelkater meldet sich! Aber es war ein herrlicher Tag, der dann melancholisch im Sonnenuntergang am Ufer in einem Gartenlokal ausklingt. Auf dem See gibt es jetzt kein Ruderboot mehr, nur einzelne Motorboote setzen ihr Lichter.

Drei große Rudertage liegen hinter uns. Dank der Organisation unseres Walter Meyer, der Fürsorge von Matthias Sigloch und der Leitung von Dieter von der Kall wurden sie zu einem großen Erlebnis. Unsere Gruppe hat trotz der Alters- und Geschlechtsunterschiede bestens harmoniert. Jeder hat mit angefasst. Wir haben das ausgedehnte Ruderrevier um Potsdam erkundet - und freuen uns jetzt aber wieder über unsere ruhigen und erholsamen Gewässer am Main!

 

Dank an unsere Sponsoren